KTH

30. Januar 2008

KTHDie „Einführungswoche“ für neue Austauschstudenten und die erste Vorlesungswoche habe ich jetzt hinter mir. Die Einführungswoche war eigenltich so, wie ich sie mir vorgestellt hatte:

Neue Leute kennenlernen (fast ausschließlich andere Austauschstudenten), die Uni anschauen, das nötige organisatorische Bla-Bla und natürlich feiern!

In der Galerie habe ich einige Bilder hochgeladen, hauptsächlich von meinen Mitbewohnern und anderen Austauschstudenten. Die „language of communication“ ist hier natürlich Englisch, das ist hier für alle selbstverständlich (nur der „Franzose“ tut sich etwas schwer… ;-) )
Mein technisches Englisch und die Aussprache scheinen ganz ordentlich zu sein, nur für Haushalts- und Alltagsgegenstände fehlen mir sehr viele Wörter.. naja, nebensächlich.

Die erste Uniwoche war sehr unterschiedlich. Die Mathevorlesungen waren recht angenehm – Sprache kein Problem, und auch der Inhalt gut verständlich – nur mit Elektrotechnik tue ich mich etwas schwer.

Deshalb habe ich auch – nach einigen frustrierenden Stunden an Übungsaufgaben - die Vorlesung „electromagnetic wave propagation“ abgebrochen und stattdessen eine weitere Mathevorlesung rausgesucht.

Für die nächsten Wochen stehen ein paar benotete „homeworks“ und „project assignments“ an – deshalb wird’s ab jetzt wohl etwas zeitaufwendiger.

Und außerdem: ICH WILL FASNACHT!!! (Elli: „Ich auch!!!“) Und wünsch euch allen natürlich viel Spaß dabei! (Elli: „Ich auch!!!“)

Ordnung in Schweden

21. Januar 2008

Ein weiser Mann hat einmal gesagt:
„Swedish people are crazy about queues. As soon as there are more than two Swedes, they start to form a line. In fact, they have queues for everything and anything.“

Übersetzt heißt das etwa:
„Schweden sind verrückt nach Warteschlangen. Sobald mehr als zwei Schweden an einem Platz sind, fangen sie an, sich in einer Reihe aufzustellen. Tatsächlich haben Schweden Warteschlangen für wirklich alles.”

Der weise Mann ist der Präsident der Studentenvertretung an der KTH, und er hat durch und durch recht. Und wenn man als Nicht-Schwede die Warteschlange nicht erkennt, heißt das noch lange nicht, dass auch tatsächlich keine da ist.

Diese kleinen Automaten, an denen man „Nummern“ ziehen kann, gibt es hier fast überall (wo keine Schlange ist!). In der Bank, im Supermarkt, in der Post, am U-Bahn-Service-Schalter… einfach überall wo mehr als 2 Leute gleichzeitig bedient werden wollen.

Wie man sonst noch ins Fettnäpfchen treten kann, durfte ich vor 2 Tagen erleben. Nichtsahnend hatte ich meine schmutzige Wäsche auf unsere hauseigenen (8 Familien) Waschmaschinen verteilt.

Böser Zettel an meiner Waschmaschine im WaschraumDoch als ich eine gute halbe Stunde später zurückkam, um meine Wäsche aus dem „Kurzwaschgang“ aufzuhängen, fand ich einen bösen Zettel an der zweiten Maschine:
Nun ist mein schwedisch nicht besonders gut, aber mit der Info, dass „twätt“ waschen heißt, kann man die Nachricht sinngemäß etwa so übersetzen:

———————————

„Hey!
Was denkst du dir, dass du anfängst in meiner Wasch***** zu waschen? Besonders ein gewaltig langes Waschprogramm.
Jetzt kann ich nicht meine ganze Wäsche waschen, und meine Samstagabend-Planung ist futsch.
Das ist nicht OK von dir!!!
Marianne

(Sei froh, dass ich deine Maschine nicht abgebrochen habe…)“

———————————

Ich war natürlich erstmal einigermaßen entsetzt, so heftige Worte von einer schwedischen Frau vorzufinden. Die Erklärung lieferte mir die Dame später persönlich, aber die Übersetzung des Wortes „tvättid“ (Waschzeit) lässt es schon erahnen: Es gab natürlich auch hier eine „Warteschlange“, in Form einer Zeittafel (hinter der Türe versteckt!!), auf der man die Maschine für gewisse Zeiträume „reservieren“ kann – abends zwischen 17 und 22 Uhr ist natürlich immer ausgebucht.

Aber mit ein paar erklärenden und entschuldigenden Worten („I’m really sorry, but I don’t speak Swedish, I just arrived a few days ago and just found the washing machines empty…“) war Marianne dann auch schnell besänftigt und erklärte mir sogar noch den Trockner und die Ablüftanlage im Trockenraum. So sind sie halt, die Schweden…

Stockholm

21. Januar 2008

Ausblick auf Stockholm„There are many reasons why Stckholm is the natural Capital of Scandinavia. One is that Stockholm is positioned at the heart of the region, and enjoys the benefits of a world-class transport infrastructure. Another is that Stockholm is the largest city in the largest country in Scandinavia. [...] “

So steht es in einer Werbebroschüre, die auf irgend einem Wege in unsere WG gelangt ist und jetzt auf dem Küchentisch liegt.

Und dieses Großstadt-Gefühl bemerkt man deutlich, wenn man durch Stockholms Straßen läuft.
Dabei ist Stockholm mit seinen 780.000 Einwohnern gerade mal etwas größer als Stuttgart oder Frankfurt.

Aber Stockholm ist das Herz von Schweden, hier sammeln sich Bildung, Forschung und Industrie. Die Einwohner sind einerseits stolz auf ihren sehr gepflegten und auch sicheren Lebensstandard und die schwedische Lebensweise, andererseits grenzt man sich auch von dem ländlichen Leben der schwedischen „Provinzen“ ab und ist stolz auf die Modernität Stockholms. (O-Ton Elli: „Die Stockholmer halten sich für was Besseres.“)

Leider hat das auch seine Nachteile. In der Innenstadt habe ich sicher 10 McDonalds und beinahe ebenso viele BurgerKing Restaurants gesehen, 8 bis10 H&Ms, 5 „Wayne’s Coffee“ und so weiter. Die Shopping-Straßen werden weitgehend von den großen Ketten besiedelt, kleinere „gemütliche“ Shops findet man allenfalls in der Altstadt – nur die Souvenir-Shops dort stören das schicke Altstadt-Bild etwas.

Ein weiteres Problem hier ist die „Anonymität“ auf den Straßen, und die teilweise krasse Ignoranz der Leute hier. Ein paar Beispiele, die mir so passiert sind:
Man fragt einen Kiosk-Besitzer nach einem Bus, der stündlich genau vor seinem Kiosk vorbeifährt, und er hat keine Ahnung.
Oder man fragt einen Busfahrer nach einer anderen Buslinie an derselben Haltestelle, und wird nach einem Schulterzucken vage in irgendeine Richtung verwiesen - dabei war die gesuchte Haltestelle genau um die Ecke.
Allgemein sind die Leute sehr ahnungslos, wenn man sie auf irgendwas anspricht – selbst die Einheimischen.
In der Galerie findet ihr ein paar Fotos, die ich in Stockholm gemacht habe.

Mode in Schweden

15. Januar 2008

Ich glaube es ist an der Zeit, etwas über die Mode hier in Schweden zu sagen.

Bei Jungs ist das recht einfach: Der „typische“ Schwede trägt H&M oder etwas schicker, die Frisur ist etwas länger und etwas blonder (gefärbt!!) als bei uns. Je nach Frisur und Kleidung wirken manche Schweden dadurch etwas „altmodischer“ als bei uns, andere allerdings auch gerade dadurch cooler oder „hipp”er, halt so Surfer-style mäßig.
Sehr vereinzelt gibt es auch den langhaarigen, schwarzgekleideten Heavy-Metal Schweden, den Hiphop-Schweden, den Linksalternativen Schweden mit Bierflasche in der U-Bahn und natürlich die typischen Haargel-Italiener und -Türken, davon hat’s hier auch ein paar.

Bei Frauen ist das ganze etwas „spektakulärer“. Natürlich gibt es auch bei uns einige modische und farbliche „Entgleisungen“, aber hier ist das quasi Standard.
Mode in SchwedenEin repräsentatives Beispiel hierfür ist eine junge Dame, die mir im Zug Borlänge-Stockholm begegnet ist (siehe Foto):

(Von unten nach oben) Dunkelbraune Glanzlederstiefel, darunter graue Strick-Kniestrümpfe mit rosa Abschluss, darunter eine schwarze Stretch-Jeans mit Glitzersteinchen an den Hosentaschen, und zu dem Oberteil muss man glaub nichts mehr sagen. Dazu das (auch bei uns übliche) Arafat-Tuch. Hinzu kommt die hellbraune Handtasche und der anthrazitfarbene Mantel.

Nicht so gut auf dem Bild zu erkennen sind:
Die pinke Fanta-Flasche, der schweinchenrosa iPod, der runde Ansteck-Button auf dem Oberteil und das Tagebuch mit rosa Bändchen (passend zum iPod!).

Trotzdem muss ich sagen, dass einige der Damen hier selbst in diesen modetechnischen Katastrophen noch ganz ordentlich aussehen - und sich die weniger hübschen Schwedinnen generell auch unauffälliger kleiden (und nicht so oft rausgehen, am ehesten sieht man die im Supermarkt), bei uns ist das ja eher umgekehrt ;-)

Zurück in der “Internetzivilisation”

15. Januar 2008

Hallo zusammen,

erstmal vielen Dank für die netten Kommentare und Mails!
Ich freue mich wirklich, “hier oben” was aus der Heimat zu hören.
Nach meiner Fahrt nach Stockholm und dem Einzug in meiner neuen Wohnung habe ich jetzt endlich auch wieder Telefon (0046-76-5668885) und Internet :-)
Meine Wohnung teile ich mit 2 anderen Studenten: Simon aus Grenoble und Vlad aus Island - was für ein Zufall! Die zwei wirken sehr umgänglich und ich denke, dass wir hier gut und vor allem unkompliziert klarkommen werden.

Ich hatte echt Glück als erster anzukommen, da war das “große” Zimmer mit Parkettboden noch frei :-)

Der Campus hier ist sehr stylisch! Fast alle Gebäude (jedenfalls in der Ecke, in der ich bin) haben sehr schöne, alte Außenwände aus kleinen roten Backsteinen, die Straßen sind gepflastert und alles schön angelegt mit Rasen und Birken. Das Ganze - besonders das alte Stadion, ebenfalls aus roten Steinen und mit vielen Flaggenmasten - hat ein bisschen das Flair von “Hogwarts”, jedenfalls äußerlich.
Die Wohnung selbst ist auch auf dem Campusgelände. Ich hatte ein Studentenwohnheim erwartet, aber es ist ein 4-Familien-Haus (auch aus roten Steinen), und die restlichen Bewohner des Hauses sind keine Studenten.
Anbei ein paar Fotos vom Ausblick aus meinem Zimmer zu verschiedenen Tageszeiten, bei Gelegenheit (und jedenfalls dann auch im Sommer) werde ich weitere Fotos vom Campus machen.

Link zum Bild: Aussicht aus meinem Fenster

Ciao & Greets aus Stockholm

Telefon, Internet, ..

7. Januar 2008

Meine E-Plus SIM-Karte und das schwedische Handynetz vertragen sich nicht wirklich gut mit meinem Studentenbudget.. über Post, Kommentare und Grüße aus der Heimat freue ich mich natürlich!! ICQ, E-Mail (und eine schwedische Telefonnummer) dürfte so in einer Woche wieder da sein, natürlich könnt ihr auch gerne direkt hier Kommentare schreiben. Geldspenden bitte online oder auf dem Postweg :-)

Essen in Schweden: Pizza

7. Januar 2008

Pizza in Schweden - Thumbnail

Natürlich gibt es auch in Schweden Pizza. Und gestern hatte ich die Gelegenheit, ein großartiges Schwedisch- Italienisches Pizza-Restaurant zu besuchen.

Allerdings machen die hier keine halben Sachen. In dem Restaurant gab es keine Kinder-Pizza, keine kleine/mittlere/große Pizza, keine Party- oder Familienpizza, sondern einfach nur Pizza in Einheitsgröße.

Und die sah so aus wie auf dem Bild nebenan (klicken für das gesamte Bild: Elli mit ihren Elten und mir im Pizza-Restaurant).

Schweden und Alkohol

7. Januar 2008

Natürlich wird kein „vernünftiger“ Mensch von DE nach S fliegen, ohne vorher nochmal zu „vernünftigen“ Preisen eingekauft zu haben.

Leider bin ich mit meinem Gepäck schon am Limit: 21,1 (von 20 erlaubten) kg im Koffer, weitere geschätzte 10 (5 erlaubt) kg im „Handgepäck“ - gottseidank ohne Probleme mit der etwas verschlafenen, aber freundlichen Dame am TUI-Gepäckschalter. Wie sich später herausstellt, ist der Flug ohnehin nicht ausgebucht.

Nach der Sicherheitskontrolle habe ich dann noch 1 Stunde Zeit, ein letztes mal in den Genuss deutscher (Alkohol-)Preise zu kommen. Dann geht’s mit frisch „aufgebessertem“ Handgepäck (jetzt geschätzte 12,5 kg) in den Flieger. Mein spezieller Dank gilt an dieser Stelle der Firma „Jack Wolfskin“ für die hervorragende Qualitätsarbeit, insbesondere im Rückenbereich und an den Trägern meines Rucksacks!!

Falls irgendjemand auf die Idee kommt mich mal in Schweden zu besuchen (und so konsequent und verrückt ist, das auch durchzuziehen): bringt Alkohol mit!! Die eine Hälfte davon könnt ihr dann direkt bei mir abgeben.
Ich versorge euch im Gegenzug mit einer Unterkunft, Essen und Kleidung (dafür habt ihr dann nämlich im Idealfall keinen Platz mehr im Gepäck). Für die Frauen gilt: BHs, Strings und Miniröcke bitte selbst mitbringen.

Die zweite Hälfte könnt ihr hier gewinnbringend verticken und damit euren Flug finanzieren (Anm: Oder wahlweise natürlich selbst vernichten!).

Ein paar nackte Zahlen:

Absolut Vodka (schwedisches Erzeugnis), 1,0l
DE: 12,90 EUR, SE: 250 SEK (ca. 28,75 EUR)

Bier, 0,5l
DE: 0,65 EUR, SE: 20 SEK (ca. 2,30 EUR)

Ciao & frostige Grüße

“Erster Kontakt”

7. Januar 2008

TUI-FliegerEndlich bin ich in Schweden angekommen… alles ohne irgendwelche Komplikationen.

Von sowas kann man als deutscher Bahnreisender nur träumen! Los geht’s in Stuttgart, von dort aus mit dem quietschgelben TUI-Vogel nach Stockholm/Arlanda.

Schwedische Kötbullar bei McDonaldsDie Stunde Wartezeit auf den Zug nutze ich gleich dazu, mich an „schwedisches Traditionsessen“ heranzuwagen.

Ich hoffe, McDonalds kommt bei uns in DE niemals auf die Idee, einen McBraaatworscht zu verkaufen!!

Dann geht’s weiter, 2 Stunden mit dem Zug von Arlanda nach Borlänge (Schnee, überall Schnee!!). Was hier „Intercity“ heißt, ist zwar blau und rein optisch auf dem Stand der Nachrkiegszeit, dafür ist der Zug pünktlich und sehr sauber.

Abschied von Deutschland

2. Januar 2008

Rechnung Oscar’sDas Zimmer sieht aus wie die Wühltisch-Ecke im Karstadt, der Koffer wird voller und der Kleider- und Gepäckstapel nicht kleiner…  mal sehen, ob und wann ich die magische 20kg Grenze (max. Gepäckgewicht bei TUIfly) erreiche und was mir dann noch einfällt.

Gottseidank habe ich morgen nochmal ein paar Stunden, um alles zu packen wozu ich heute abend keine Zeit und Lust mehr habe. Gestern war’s schon so ähnlich (nochmal einen Gruß an alle, die im Kornhaus waren!) und morgen wird alles anders.

Nervös? Nein. Im Moment lebe ich immer in den letzten und den nächsten paar Stunden.  Über die Tragweite meines “Ausflugs” kann ich mir vor, während und nach dem Flug nach Schweden noch genug Gedanken machen.

Und wenn doch, dann überwiegt im Moment sowohl die Freude auf das Auslandssemester als auch die Freude auf die Rückkehr im Sommer. Stimmung: sehr positiv.

Wordpress vs. me, Runde #1

1. Januar 2008

Wordpress Konfiguration

Ich würde sagen, die 1. Runde geht an das Blog-Management-System WordPress. Ich bin bald K.O., aber die Seite hat in seinem Aussehen auch schon einiges einstecken müssen.

Immerhin habe ich dem Blog schon deutsch (und einen Hauch Schweden) eingeprägt. Natürlich bleibe ich weiterhin am Ball, hoffentlich ist die Seite in absehbarer Zeit dann auch benutzbar. Mehr Details später.